Die Beziehung zwischen der Odyssee und Misogynie

30. März 2026
Joseph Wright of Derby, Penelope Unraveling Her Web, https://www.hellenicaworld.com/Greece/Mythology/de/Penelope.html, aufgerufen am 28.3.26

Das berühmte Buch Odyssee erweist sich als Quelle für die vergangene patriarchale Gesellschaftsstruktur der Griechen. Frauen wurden schlecht dargestellt und ungerecht behandelt, während die Männer als starke „Helden“ und als die dominante Herrschaft gezeigt wurden. Das Buch dient als Informationsquelle für die Sozialstruktur und zeigt, wie die Götter, Monster und Menschen in Bezug auf die Unterscheidung der Geschlechter handelten. Es verdeutlicht primär, wie die Griechen diese Struktur einer Gesellschaft verstanden und umgesetzt haben.

Im Buch gibt es unzählig viele Stellen, an denen Frauen herabgesetzt wurden, was vom Erzähler als „selbstverständlich“ erklärt wird. Sogar die Frauen selbst, zum Beispiel die Göttin Athene, werteten ihr eigenes Geschlecht ab. Dies zeigt sich in einem Gespräch mit Telemachos, als sie ihn vor den Freiern warnte, die ihn vernichten wollten:

„Du kennst ja die Haltung von Frauen: Jenen, mit denen sie das Lager teilen, schanzen sie möglichst viel zu – die Kinder aus früheren Verbindungen zählen nicht mehr viel“ (S. 116).

Athene, eine Göttin, sprach kritisch über die Frauen und wie sie mit ihren Kindern umgingen. In der Odyssee wird oft erwähnt, dass Frauen schnell von Männern überzeugt werden und sich ihnen danach unterordnen.

In der früheren griechischen Kultur waren es zudem die Männer oder die Söhne, die das Erbe erhielten. Athene meinte zu Telemachos also auch, dass seine Mutter einem anderen Mann die Herrschaft über Ithaka geben würde und nicht Telemachos selbst, dem „gerechten“ Erben. Penelope wird nie als Kandidatin erwähnt, die als alleinstehende Königin selbst herrschen könnte. Es wird als selbstverständlich dargestellt, dass sie nicht alleine regieren konnte, sondern einen Mann heiraten müsste, der die ganze Regierung für sich beanspruchen würde – oder dass Telemachos selbst zum Herrscher würde.

Selbst wenn es Geschichten von starken Frauen gab, wurden diese oftmals manipuliert. In der Odyssee kommt die berühmte Hexe Kirke vor, die eine eigene Geschichte über ihre Erlebnisse hat. In ihren Mythen wird sie als starke und eigenständige Frau gezeigt, die keinen Mann braucht, um zu überleben, und die für sich selbst denken kann. Es wird jedoch in der Odyssee erzählt, dass sie vom Protagonisten Odysseus besiegt wurde und sich ihm unterwarf. Sie bot ihm sexuelle Befriedigung an, was er ein ganzes Jahr lang ausnutzte.

Aus meiner heutigen Sicht erweist sich diese Gesellschaft als ungleich und ungerecht. Der Unterschied zwischen der Behandlung von Frauen und Männern ist extrem und unberechtigt. Die soziale Struktur ist durch die alten literarischen Texte der griechischen Zeit leicht zu erkennen. Dies zeigt auch, wie stolz und ungeniert sie diese Ansichten verbreiteten und zum Teil ihrer Geschichte machten. Jedoch zeigt es auch, wie weit wir als Menschen gewachsen sind; wie die meisten Menschen ihre Kultur berechtigterweise verändert und die Fehler in ihrer Denkweise bemerkt haben. Obwohl es heutzutage immer noch Leute gibt, die an die Berechtigung einer patriarchalen Gesellschaft glauben, kann man mit Sicherheit sagen, dass diese Anzahl an Menschen mit der Zeit stark gesunken ist.